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Von der Theorie in die Praxis

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15 Maschinenbaustudenten der Westböhmischen Universität Pilsen besuchen am 26.10.2017 das Berufsschulzentrum Wiesau, um berufspraktische Erfahrungen zu sammeln.

Berufliche und akademische Bildung grenzüberschreitend miteinander vernetzen: Das ist das Ziel einer im Rahmen der Europaregion Donau-Moldau geschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Wiesau und der Westböhmischen Universität Pilsen. Die seit Sommer 2016 bestehende Partnerschaft will die an beiden Standorten vorhandenen Ausbildungspotenziale optimal nutzen und gewinnt immer mehr an Dynamik. Bereits im vergangenen Jahr hatten Berufsschüler aus Wiesau in Pilsen Einblicke in die Welt der Wissenschaft und Forschung genommen. Nun traten erstmals 15 Maschinenbau-Studenten aus Pilsen zum Gegenbesuch im Berufsschulzentrum an, um dort Praxisluft zu schnuppern. Begleitet wurde die Gruppe von Markus Meinke, Leiter der Regionalen Kontaktstelle der Europaregion Donau-Moldau beim Bezirk Oberpfalz, und Šárka Kuthanová, die als Dolmetscherin die reibungslose Kommunikation für den Termin gewährleistete.

Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein hieß die Gäste aus der Tschechischen Republik herzlich willkommen und hob die Bedeutung des Berufsschulzentrums hervor. Wiesau ist sowohl bayern- als auch bundesweit einer der modernsten Standorte im Bereich der Metallausbildung und der vernetzten Steuerungstechnik und verfügt über einen hochwertigen Maschinenpark. Insbesondere das Thema Industrie 4.0, d.h. die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen, wird bei der Ausbildung in Wiesau groß geschrieben. Die Verbindung von Kenntnissen aus den Bereichen IT und Metall geht hier Hand in Hand und soll die Schüler optimal auf den künftigen Arbeitsmarkt vorbereiten. Dass ihm die Kooperation mit den tschechischen Partnern am Herzen liegt, machte Eckstein in einem Appell an die Studenten deutlich: „Wenn Sie ein Anliegen haben oder etwas in der Praxis umsetzen möchten, dann kommen Sie zu uns! Wir helfen Ihnen jederzeit."

Im Anschluss ging es in die Praxis, für die sich die Fachlehrer Andreas Büttner und Manfred Sladky einiges ausgedacht hatten. Mit dem Designprogramm „Inventor", das auch an der Universität Pilsen genutzt wird, gestaltete die Gruppe unter fachlicher Anleitung von Andreas Büttner am Computer die Planskizze für einen Smartphone-Halter aus Metall. Nachdem die fertigen Daten vom Computer an die Maschinen übertragen worden waren, übernahm Manfred Sladky die praktische Umsetzung. Von der Bearbeitung des Metalls mit einer Wasserstrahlschneideanlage über das Abkanten des Werkstücks bis hin zum Entgraten mittels Sandstrahlen durchliefen die Studenten im Selbstversuch alle Schritte des Produktionsprozesses.

Bei einer Werksführung durch das Unternehmen „Wiesauplast" erhielten die Pilsener Besucher zudem Einblick in ein regionales Oberpfälzer Mittelstandsunternehmen aus der Automobilzuliefererbranche.

Zum Abschluss der Exkursion bestand Einigkeit, dass die Kooperation für beide Seiten einen großen Mehrwert bietet. Die Studenten aus Pilsen möchten bald nach Wiesau zurückkommen, um dort weitere praktische Erfahrungen für ihr Studium zu sammeln. Und in Wiesau laufen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Besuch in Pilsen, der spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden soll.

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