10. 02. 2020
Industrie 4.0

Seit 2019 werden in der Europaregion Donau-Moldau neue Themen behandelt, darunter auch Industrie 4.0. Mit Mgr. Roman Křivánek, Direktor von Vysočina Education, einer Schuleinrichtung für die Ausbildung von pädagogischem Personal und eines Schulzentrums, erörten wir die Herausforderungen, die dieser Trend mit sich bringt, insbesondere in Bezug auf die Sekundar- und Berufsbildung, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmensumfeld, aber auch den grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch. Gleichzeitig ist Mgr. Křivánek auch Vertreter der Region Vysočina in der Expertengruppe für Industrie 4.0 – Bildung an weiterführenden Schulen und Berufsschulen.

1. Inwiefern beeifnlusst das Thema Industrie 4.0 Ihre Arbeit, resp. die Arbeit Ihrer Organisation?

Vysočina Education ist Mitglied der Bezirkshandelskammer von Jihlava und arbeitet eng mit der regionalen Handelskammer der Region Vysočina zusammen. Wir stehen daher in engem Kontakt mit der Wirtschaft, in welcher das Thema Industrie 4.0 an Intensität gewinnt. Eine unserer aktuellen Prioritäten, nicht nur in Bezug auf Industrie 4.0, ist die Entwicklung der Berufsberatung, bei der wir versuchen, die Schulen näher an die wesentlichen Bestandteile der beruflichen Entwicklung von Schülern und Jugendlichen heranzuführen, hauptsächlich durch Selbstbewusstsein, Selbsterkenntnis und die Festlegung von Voraussetzungen für das Studium oder die Ausübung eines bestimmten Berufs. In einer Zeit, in der in der Tschechischen Republik ungefähr 40 % der Schulabgänger eine Beschäftigung in einem anderen als dem von ihnen studierten Bereich finden, ist dieses Thema sehr wichtig. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Entwicklung digitaler Kompetenzen, sowohl von Schülern als auch von Lehrern. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns beispielsweise im grenzüberschreitenden DigiMe-Projekt, bei dem wir gemeinsam mit einem österreichischen Partner versuchen, einen Kompetenzrahmen für Lehrer und Schüler an Sekundar- und Grundschulen zu schaffen. Das Thema wird auch auf nationaler Ebene angesprochen, wo das tschechische Bildungsministerium zunehmend über eine mögliche Überarbeitung von Bildungsprogrammen spricht, laut denen Schüler ihre IT-Kompetenzen in verschiedenen Fächern neu entwickeln sollten.

 

2. Welche interessanten grenzüberschreitenden Projekte in Bezug auf I 4.0 und die Entwicklung der technischen Ausbildung realisieren Sie?

Neben dem bereits erwähnten DigiMe gibt es weitere grenzüberschreitende Projekte mit Niederösterreich wie C4PE und EduSTEM. Im Projekt C4PE (Konzepte für die berufliche Bildung in Grenzregionen) beispielsweise kooperieren im Rahmen der Aktivität Klassenzimmer ohne Grenzen Schulen aus der Region Vysočina und Niederösterreich im Bereich des Automatisierungsunterrichts. Es gibt auch Aktivitäten im Bereich der Berufsberatung und der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen. Ziel des EduSTEM-Projekts (Education in Science, Technology, Engineering and Mathematics) ist es, Forschungsaktivitäten und Lehre in den Bereichen STEM im Zusammenhang mit der deutschen Sprache an weiterführenden Schulen auch mit Unterstützung von Muttersprachlern zu unterstützen. Ein weiteres Projekt, das wir dieses Mal mit Unterstützung des ERASMUS + -Programms durchführen, ist INTENT 4.0. Ziel ist es, bestehende digitale Werkzeuge, die in Europa zur Unterstützung des Unterrichts in Mechatronik, Elektronik und anderen technischen Bereichen eingesetzt werden, abzubilden und die besten davon in Zusammenarbeit mit Praktikern in neue Ausbildungsmodule für den berufsbildenden Fachunterricht zu integrieren. An dem Projekt sind 7 Partner in ganz Europa beteiligt, darunter ein Partner aus Deutschland.

 

3. Welche anderen Aktivitäten realisiert Vysočina Education im Zusammenhang mit der Europaregion Donau-Moldau?

Ich möchte hier die Unterstützung des Deutschunterrichts erwähnen, die ein verbindendes Element mehrerer bereits realisierter Projekte mit Niederösterreich ist. Sei es die Unterstützung des Deutschunterrichts in Kindergärten, die Integration der CLIL-Unterrichtsmethode in berufliche Fächer an weiterführenden Schulen oder der Tandemunterricht in deutscher Sprache unter Beteiligung eines Muttersprachlers an weiterführenden Schulen und Grundschulen. Das große Interesse der Schulen, insbesondere am Tandem-Deutschunterricht oder an Seminaren für Deutschlehrer unter der Leitung eines Muttersprachlers, konnte auch in der Vergangenheit dank der finanziellen Unterstützung der Europaregion geweckt werden.

 

4. Welche weiteren Herausforderungen sind in der beruflichen Bildung zu erwarten?

Neben der Berücksichtigung aller Trends rund um Industrie 4.0 sehe ich die Herausforderung für die tschechische Berufsbildung auch im wachsenden Druck der Industrie, das duale Ausbildungssystem, wie wir es aus Deutschland oder Österreich kennen, zu übertragen. Es ist jedoch zu erwähnen, dass die tschechischen Schulen langfristig mit Partnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten, ohne diese Zusammenarbeit könnten die Schulen nicht funktionieren, und diese lose Form der Zusammenarbeit liegt ihnen mehr als die strikte Form der dualen Ausbildung. Wir werden daher sehen, welche zukünftigen Änderungen wir in Bezug auf dieses Thema haben werden und welche Maßnahmen uns auf nationaler Ebene erwarten.

 

Vielen Dank für das Interview!


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