11. 04. 2022
Tourismus

Letztes Jahr war für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Bereich Tourismus nicht einfach. Die COVID-19-Pandemie hat diesen Bereich spürbar getroffen und alle Regionen der Europaregion Donau-Moldau müssen sich mit dieser neuen Situation auseinandersetzen.

Nun hat der Konflikt in der Ukraine die schwierige Situation noch verschärft. Wir fragten Herrn Ing. Libor Picka, Regionsrat für Kultur, Denkmalpflege und Tourismus der Region Pilsen, wie die Region Pilsen mit dieser Situation umgeht.

Wie war die Situation in der Region vor der Pandemie? Wurde die Pilsner Region von einer hohen Touristenzahl besucht?

Aus der Gesamtsicht muss gesagt werden, dass sich die Touristenzahl, sowohl der einheimischen, als auch ausländischen, jedes Jahr bedeutend erhöht hat und hoch war. Das Problem war eher in der ungleichmäßigen Verteilung der Touristen geografisch sowie zeitlich. Es gab ganz exponierte Orte und im Gegenteil schöne Orte, die nicht so sehr besucht wurden. Eine weitere Ungleichmäßigkeit war zeitlich. Die meisten Touristen sind im Sommer gekommen und der Winter war bis auf die Gebirgsgebiete, die während des ganzen Jahres intensiv besucht werden, aus der Sicht der Besucherzahl schwächer.


Sind ausländische Touristen im Jahr 2021 in die Pilsner Region zurückgekehrt?

Ja, im Jahr 2021 sind auch ausländische Touristen in die Pilsner Region zurückgekehrt, es ist aber klar, dass ihre Zahl gegenüber dem Jahr 2019 (also vor der Covid-Pandemie) ziemlich reduziert war. Die Touristen aus Asien sind völlig verschwunden. Vor allem aus China, Taiwan oder Südkorea. Im Jahr 2019 waren die Touristen aus China die zweitstärkste Gruppe.
Im Jahr 2021 war diese Zahl praktisch null. Die häufigsten Auslandstouristen sind in dieser Zeit Deutsche und weiter Touristen aus der Slowakei oder Polen. Aber auch diese Zahlen sind im Vergleich mit der Zeit vor dem Covid ungefähr auf einem Drittel. Für den Vergleich wurde die Pilsner Region im 1-3. Quartal des Jahres 2019 von ca. 116 Tsd. Deutschen besucht und für denselben Zeitraum 2021 beträgt diese Zahl nicht volle 40 Tsd.


Wie sehen Sie die Rückkehr (von ausländischen Touristen) in die Pilsner Region in den nächsten Monaten?
Selbstverständlich wird es davon abhängig sein, wie sich die epidemiologische sowie Sicherheitssituation nicht nur in Tschechien, sondern in ganz Europa entwickeln wird. In den folgenden Monaten erwarten wir aber ein hohes Interesse und einen teilweise neuen Boom des Incoming-Tourismus, und zwar auch aus dem Ausland.


Haben die Einnahmen im Jahr 2021 geholfen die Verluste aus dem Jahr 2020 mindestens teilweise zu decken?
In den Lokalitäten außerhalb der Regionalmetropole, vor allem im Böhmerwald, aber auch irgendwo anders, hat die vorige Sommersaison geholfen, die Verluste aus dem vorvorigen Jahr teilweise zu decken. Der Hunger nach der Entdeckung von neuen Stellen in Tschechien war aus der Sicht des einheimischen Tourismus sehr stark. Selbstverständlich für Pilsen und Pilsner Hotels bzw. für den Kongresstourismus war auch das Jahr 2021 schwächer.


Wie ist die Situation in der Pilsner Region aktuell, was den Tourismus betrifft? Bereiten Sie sich auf die Sommersaison vor?
Es wird ein großes Interesse von einheimischen Touristen sowie Touristen aus nahen Märkten (vor allem aus dem Grenzgebiet) erwartet. Es wird eine umfangreiche Kampagne Urlaub 2022 vorbereitet, die die Pilsner Region als eine ganzheitliche Tourismusdestination vorstellen soll, wo jeder Besucher seine Traumorte findet und den Urlaub in der Pilsner Region wirklich genießt.


Gibt es eine Unterstützung oder Förderung seitens des Staates für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Bereich Tourismus? Wenn ja, welche? Und ist sie für die Unternehmerinnen und Unternehmer im Tourismus ausreichend? Wurde oder wird ein Förderprogramm auch von Ihrer Organisation vorbereitet?
Die Abteilung für Tourismus unterstützt den Tourismus außer allgemeinen Marketingkampagnen auch mit Förderprogrammen: Förderung der Entwicklung des ländlichen Tourismus, Förderung für die Entwicklung des Radtourismus und Radverkehrs, Unterstützung lokaler und Destinationsgesellschaften (Tourismusakteure und UnternehmerInnen). Weiter kommt es durch die Vernetzung mit lokalen und Gebietsakteuren im Tourismus und der Tourismusagentur CzechTourism über die Abteilung für Tourismus der Pilsner Region zur Vernetzung von allen Akteuren auf allen Tourismusebenen.


Hat die Pandemie Ihrem Bereich auch irgendwelche positiven Aspekte, Gelegenheiten gebracht?
Sie hat eine viel größere Nachfrage nach dem einheimischen Tourismus gebracht und mit der Pandemie wurde auch der Fokus auf andere Tourismusgebiete gerichtet, sowohl geografisch (Brdy, Český les, Norden der Pilsner Region), als auch thematisch (verschwundene Gemeinden, geheimnisvolle Stellen, Wallfahrtstourismus, Barock).


Wozu möchten Sie die Touristen zu Ihnen in die Pilsner Region einladen?
Vor allem zu einem vielfältigen und ganzheitlichen Tourismusangebot, das quer durch die ganze Region geht. Wenn ich einige Gebiete thematisch hervorheben sollte, sind es zum Beispiel:

o Fernwanderwege – Goldsteig, Guntherweg
o Industrieller Tourismus (lebendige Betriebe, Glashütten usw.)
o Traditionen – das Gebiet von Taus (tschechisch Domažlice)
o Natur – der Böhmerwald, Český les (dt. Böhmischer Wald), Brdy
o Burgen und Schlösser (drei Böhmerwälder Burgen)
o Westböhmisches Barock
o Befreiungsfeier (in der ganzen Region)
o Angebot des Radtourismus (einschl. neuer Singl-Trail-Lokalitäten, Eurovelo 13)
o Geheimnisvolle Orte und Stellen in der Pilsner Region
o Verschwundene Gemeinden im Gebirge Český les (dt. Böhmischer Wald)

 

Worin sehen Sie die Probleme der Region im Tourismusbereich?
Hier befindet sich keine exponierte touristische Besonderheit, die die Touristen anlocken würde (z. B. ein UNESCO-Denkmal), was bei einer geschickten Präsentation der Region auch im Gegenteil als ein Plus scheinen kann und dank dessen können wir uns bemühen, die Besucher mehr innerhalb der Region zu verteilen.

 

Welche Prioritäten hat die Tourismusförderung in der Region?
Die Förderung ist so ausgerichtet, dass der Finanzmittelfluss aus der Regionalebene an die lokalen Tourismusakteure, die die Finanzen anschließend zur Tourismusentwicklung auf lokaler Ebene nutzen können, geografisch und thematisch gerechterweise gelangt, was auch die Tourismusentwicklung auf regionaler und nationaler Ebene ermöglicht.


Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und dem Zufluss von Flüchtlingen wird darüber gesprochen, dass die vor dem Krieg flüchtenden Menschen Arbeitsgelegenheiten in Tschechien auch im Tourismusbereich finden könnten, z. B. in Hotels, Gastronomie usw. Wie sehen Sie das?
Wenn das hilft die nachgefragten Arbeitsstellen auch in mehr abgelegenen Regionen auszufüllen hilft, ist es bestimmt eine gute Idee.

 

Wie sehen Sie die Zukunft im Tourismusbereich?
Nach dem Ende der epidemiologischen Situation im Zusammenhang mit der Pandemie und weiteren geopolitischen Problemen in der Welt kann ein erhöhtes Reiseinteresse allgemein erwartet werden und der Tourismus wird eine starke und wichtige Rolle in unserem Leben spielen.

 


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