25. 05. 2022
Gesundheit Hochschulen

Die Westböhmische Universität Pilsen und die Technische Hochschule Deggendorf - Technologie Campus Cham forschen gemeinsam im Feld der Prothetik. Im EDM-Experten-Interview geben Dr. Tomas Chochole und Prof. Wolfgang Aumer aus dem interdisziplinären und internationalen Projekt-Team einen Einblick in ihre Tätigkeit.

1. Was ist das Ziel Ihres Projekts „Forschungsinnovationen in der Prothetik"?

WA: Das Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Methoden für die Modellierung, das Design und 3D-Druck-Lösungen für die Herstellung eines externen Prothesenbettes für die oberen Gliedmaßen. Der 3D-Druck ermöglicht neue Ansätze bei der Produktion von individualisierten Komponenten. Gerade im medizinischen Bereich und in der Prothetik bietet diese Individualisierbarkeit entscheidende Vorteile, da die Anatomie eines jeden Patienten anders ist und eine entsprechende Anpassung erfordert.

TCH: Das kann im Bereich der Prothetik bedeutende Neuerungen bringen, da diese technologischen Verfahren gerade erst eingeführt werden und Prothesen der oberen Gliedmaßen bisher meist von Hand gefertigt wurden. Das ist natürlich langwierig und relativ teuer. Gleichzeitig konzentriert sich unser Forschungsteam auch auf die Form und das Design, um sicherzustellen, dass die Prothesen nicht nur funktionell, sondern auch optisch ansprechend sind.

 

2. Ein multidisziplinäres bayerisch-tschechisches Forschungsteam arbeitet gemeinsam an dem Projekt. Wie haben Sie zueinander gefunden und wie haben Sie sich für ein Thema entschieden?

TCH: Unsere beiden Universitäten befassen sich seit langem mit Projektthemen mit hohem Mehrwert. Gemeinsam haben wir mehrere Projekte durchgeführt, die Älteren, Kranken oder Menschen mit Behinderung helfen. Wir hatten zum Beispiel ein Projekt, das sich mit Innovationen in der Balneologie befasste. Das Thema Prothetik war also der nächste logische Schritt in unserer langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit. Gleichzeitig ist es für uns eine wichtige Herausforderung, denn die 3D-Drucktechnologie wird in der prothetischen Praxis noch wenig eingesetzt. Und das möchten wir mit diesem Projekt ändern.

WA: Das kann ich nur bestätigen. Außerdem hat uns das Thema Prothetik in diesem Fall sehr angesprochen, weil wir es für überaus wichtig halten und wir darin großes Potenzial sehen, vor allem in der Digitalisierung der Produktion und im Transfer in den Anwendungsbereich.

 

3. Was ist der besondere Mehrwert eines multidisziplinären Forschungsteams, insbesondere im Bereich der Prothetik?

TCH: Wir sind ein Team, das sich aus verschiedenen Berufsgruppen zusammensetzt: Prothetiker, Designer, Experten für additive Technologien, Mechatroniker. Jeder von uns bringt seine eigenen Erfahrungen und sein spezifisches Know-how in das Projekt ein, das wir miteinander teilen und so voneinander lernen. Das macht uns zu einem starken Team, das auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet. Wir glauben, dass wir auf diese Weise die optimale innovative Lösung finden können, die in der Praxis Anwendung findet.

WA: Die unterschiedlichen Herangehensweisen unserer Teammitglieder an die einzelnen Aufgaben unterstützen dabei die Entwicklung kreativer und innovativer Lösungen. Diese Innovationen zu finden, die auch in der Praxis umsetzbar sind, ist gerade im Bereich der Prothetik wichtig, der durch ein hohes Maß an handwerklichem Können gekennzeichnet ist. Dies sichert die Umsetzbarkeit der Forschungsergebnisse für die Zukunft.

 

4. Was haben Sie im Projekt bereits erreichen können? Was sind Ihre nächsten Schritte?

TCH, WA: Wir haben das Projekt Mitte letzten Jahres begonnen und sind etwa zur Hälfte durch. Wir haben mit echten Patienten gearbeitet, die Datenverarbeitung für den 3D-Druck ausprobiert und auch Designänderungen vorgenommen, um die Prothesen nicht nur funktionell, sondern auch optisch ansprechend zu gestalten. In den nächsten Wochen werden wir Materialien testen und zum Ende des Sommers Tests mit Patienten durchführen. Erst dann können wir ein Fazit ziehen und Empfehlungen für die Prothetik in der Praxis aussprechen. Wir werden also noch einige Monate auf die endgültigen Ergebnisse warten müssen.

 

Sie möchten mehr zum Projekt erfahren?

Dr. Chochole wird als Referent auf der diesjährigen build.well.being mit dem Thema "Digital Rehabilitation" dazu sprechen. Das Event wird hybrid abgehalten, weitere Infos und Anmeldung finden Sie hier.


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